Sicheres und lebenswertes Leben in der Pandemie

  • 26.02.2021

Senioren haben auch in der Pandemie ein Recht auf ein würdiges Sozialleben. Dieses Ziel wird u. a. durch das Offenhalten der Senioreneinrichtungen verfolgt. Dadurch können Bewohner weiterhin Besuch erhalten und soziale und menschliche Interaktion erleben. Das ist gerade in der Pandemie notwendig ist, hat der erste Lockdown im Frühjahr 2020 gezeigt. Hier gab es diese sozialen Interaktionen nicht und es kam zur Vereinsamung von Senioren. Die Aufgabe ist es, in dieser zweiten Infektionswelle soziale und menschliche Interaktion zu ermöglichen und gleichzeitig Schutzmaßnahmen durchzuführen. Diesem Schutz dienen u. a. FFP2-Masken und COVID-Schnelltests.

„Die Amarita Bremerhaven organisiert – wie jedes unserer EMVIA Seniorenheime – ein Programm zur Beschäftigung und Aktivierung unserer Bewohnerinnen und Bewohner. Denn wir sind ihr Zuhause. Dazu gehört in Bremerhaven zum Beispiel die Chorgruppe“, so Prof. Dr. med. Parwis Fotuhi, Geschäftsführer des Trägers EMVIA LIVING Gruppe. „Diese und ähnliche Aktivitäten zeigen wir bewusst in den sozialen Medien. So stellen wir Transparenz über die Qualität unserer Einrichtung und das Befinden unserer Bewohner her. Einerseits für die interessierte Öffentlichkeit und insbesondere gegenüber den Angehörigen und Freunden außerhalb der Einrichtung. Diese Information ist insbesondere wichtig, wenn aufgrund von einschränkenden Besuchsregelungen der persönliche Kontakt leidet.“ Während solch einer Gruppe dürfen sich die Senioren begegnen, da sie innerhalb der Einrichtung zu einer Testkohorte gehören und durch Fachpersonal begleitet werden. „Das Personal trägt im Bewohnerkontakt und bei Unterschreitung des Mindestabstands zu anderen Personen selbstverständlich FFP2-Masken und unsere Bewohner werden anlassbezogen per PoC-Schnelltest untersucht.“

Das fragliche Video entstand am 8. Februar 2021, also bereits deutlich vor den ersten positiven Ergebnissen. Aufgrund der hohen Inzidenz in Bremerhaven wurden ab dem 10. Februar keine neuen Besuchstermine mehr vergeben und die Einrichtung am 13. Februar für Besucher und externe Therapeuten vorsorglich geschlossen. Diese Maßnahme hat die Einrichtungsleitung frühzeitig ergriffen, obwohl bis dahin alle Besucher und externen Therapeuten vor Betreten der Einrichtung per Schnelltest untersucht wurden. „Als Senioreneinrichtung sind wir privilegiert, Zugang und Kompetenz zur Anwendung von Schnelltests, professionellem Schutzmaterial und seit dem Jahreswechsel auch zur Schutzimpfung zu haben. All dies erhöht den gesundheitlichen Schutz und die Sicherheit unserer Bewohnerinnen und Bewohner“, so Prof. Dr. med. Fotuhi. 

Aufgrund der Maßnahmen zur Infektionskettenunterbrechung können die Gruppenangebote nicht stattfinden, da die Bewohner in ihren Zimmern isoliert sind. Auch alle externen Therapieangebote mussten unterbrochen werden. Das Pflege- und Betreuungspersonal der Einrichtung macht, soweit möglich, Vorschläge und Angebote zur individuellen Beschäftigung und Betätigung.

Seit Beginn des Ausbruchs wurde das Testregime nochmals erweitert und alle Bewohner werden alle 48 Stunden getestet. Mitarbeitende werden zu Dienstbeginn getestet und dürfen die Einrichtung nicht betreten, wenn sie ein positives Ergebnis erhalten. Die Nachkontrolle erfolgt unmittelbar durch PCR-Abstrich. Dessen Ergebnis bestimmt dann ein Labor und meldet es an den Krisenstab.

Stand heute sind 60 Bewohnerinnen und Bewohner im Schnelltest positiv. Zwei Personen kamen im Vergleich zu gestern hinzu. Bei zwei Bewohner*innen ergab die Nachkontrolle im PCR-Test, dass sie trotz positivem Schnelltest negativ sind. Auch der heutige Schnelltest wies sie als negativ aus. Sie befinden sich vorsorglich weiter in Isolation auf ihren Zimmern. Die positiv getestete Bewohnerin, die eine vorsorgliche Verlegung ins Krankenhaus bisher abgelehnt hat, ist heute Nacht im Alter von 89 Jahren verstorben. „Unser aufrichtiges Mitgefühl gilt ihrer Familien und ihren Freunden“, so der Einrichtungsleiter. Der Krisenstab meldete heute weitere sechs positive PCR-Ergebnisse unter den Bewohner*innen an die Einrichtung. Insgesamt wurden bisher 65 Personen dem Ausbruchsgeschehen zugeordnet, darunter 54 Bewohner*innen, acht Beschäftigte und drei Kontaktpersonen ersten Grades. Soweit der Einrichtung bekannt ist, wird die sogenannte Ziel-PCR bei allen PCR-Tests ausgewertet. Dieser Test kann drei der bisher bekannten COVID-19-Mutationen nachweisen. Derzeit liegen drei Auswertungen vor, die keine dieser drei Mutanten nachweisen konnten. Die weiteren Ergebnisse werden noch erwartet. Zwecks Gensequenzierung auf andere COVID-Mutationen wurden vier zusätzliche Stichproben per Abstrich genommen. Die Ergebnisse werden auch in der Einrichtung mit Spannung erwartet. 

„Wir freuen uns sehr, dass die zweite Schutzimpfung in der Amarita heute beginnen konnte“, so der Geschäftsführer. 36 Bewohner, die zuvor negativ getestet wurden und die erste Impfung vor drei Wochen (erhalten haben, wurden geimpft. Die Impfaktion wird mit der nächsten Gruppe fortgesetzt, sobald deren erste Impfung ebenfalls drei Wochen her ist:


„Wir bedanken uns für die exzellente Zusammenarbeit und Unterstützung durch den Krisenstab und die sehr gute Zusammenarbeit mit den mobilen Impfteams, dem Gesundheitsamt, der Heimaufsicht WBA sowie den Ärzten, insbesondere Dr. Kossow, den Rettungsdiensten und Krankenhäusern“, so der Einrichtungsleiter. 

Sehr geehrte Journalistinnen und Journalisten,
wenn Sie Interesse an einem redaktionellen Besuch unserer Einrichtung haben, vereinbaren wir gerne einen Termin, sobald sich die Lage stabilisiert hat. Selbstverständlich durchlaufen Sie vor Betreten des Hauses einen Schnelltest und müssen in der Einrichtung die geltenden Schutzmaßnahmen einhalten.

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